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Verschiedene Geschmäcker

Wenn man durch die dunkle Straße läuft, erwartet man nicht viel. Eine normale Wohnstraße, keine großen Highlights, eine große Baustelle direkt an der Kreuzung und die übliche Parkplatznot. Die Location jedoch entschädigt sofort für diesen Eindruck. Bereits vor der Tür wird man durch die individuell gestaltete Sitzbank zum Bleiben eingeladen und von der Hündin Leela zum Spielen eingeladen. Der erste Blick hinein weckt schon die erste Neugier. Wo ist man hier? Café? Kramladen für Ausgefallenes? Man weiß es nicht und es ist auch nicht so wichtig.

Alleine das Umschauen dauert seine Zeit, so viele Details gibt es zu entdecken. Von Taschen aus Guatemala über dekorative Gläser mit frechen Sprüchen bis hin zu handgestrickten Mützen in schrillem Pink, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mitten drin das herzliche Lächeln der Besitzerin.

Hinsetzen? Kein Problem! Kaffee? Auch prima! Kokoswasser? Welchen Geschmack hättest du gern?

Gabi ist das geborene Talent, verschiedene Geschmäcker stilvoll zu kombinieren. Im Laden passt nichts zusammen und irgendwie doch. Jeder Stuhl ist anders als der nächste, jedes Kissen ist nur einmal da. An den Wänden hängen selbst gemalte Bilder und verschiedene Kleidungsstücke und natürlich weitere Dekoartikel. Mit jeder Runde findet man ein neues Detail.

Auch die Geschichtenerzählerin ist schon da. In aller Seelenruhe steht sie mitten im Raum und ordnet die hüftlangen Zöpfe. Wenn sie lächelt, dann mit dem ganzen Körper; eine beeindruckende Person.

Als die Gäste nach und nach ankommen, werden sie mit einem hausgemachten Eistee begrüßt. Man sitzt, wo man möchte, ob auf dem Sofa oder der Treppe – völlig egal. Es ist Platz für alle und jeder darf sich seinen Fleck suchen.

Zum Auftakt gibt es eine kleine Geschichte frei nach den Brüdern Grimm. Hänsel und Gretel mal anders, ein amüsanter Seitenhieb auf die Einfältigkeit des Hans. Nachdem nun alle wissen, worauf sie sich eingelassen haben – frivole Erzählungen aus aller Welt um das Zusammenleben zwischen Mann und Frau – darf man sich reihum aus einer Auswahl kleiner Gefäße eines aussuchen. Jedes enthält ein Armband als Geschenk und steht symbolisch für die nächste Geschichte. Auch hier ist Auge fürs Detail gefragt. Das Armband, welches die volkstümliche Anekdote einleitet, trägt das typische Blumenmuster auf dunklem Grund, dass man sofort mit den Trachten der Alpenländer verbindet.

Nach der zweiten Geschichte serviert Gabi das Essen. Ein vegetarisches, ayurvedisches Gericht, traditionell auf einem Bananenblatt serviert und mit der Hand gegessen. Begleitet von Getränken nach Wahl wird begeistert gegessen, während Gabi die Herkunft und Zubereitung erläutert.

Mit vollem Magen geht es weiter in die Welt der Märchen. Japanisch, russisch, deutsch – die Reise um die Welt nimmt seinen Lauf. Immer mit dem gewissen Augenzwinkern, nie vulgär, aber immer interessant hören wir, wie sich das Leben zwischen Mann und Frau in den einzelnen Kulturen in verschiedenen Zeiten abspielte. Mühelos nimmt die Erzählerin alle in ihren Bann, es ist nicht möglich, ihr nicht zuzuhören. Mimik, Gestik, alles passt – eine unheimliche Präsens.

Auch ein kleines Dessert gehört zum Menü. Gabi serviert einen veganen Schoko-Dattel-Kuchen mit Hanf- und Chiasamen. Auch hier darf natürlich wieder mit den Händen gegessen werden.

Bei der abschließenden Erzählung wird noch einmal herzlich gelacht und nach Abschluss des Programms sitzt man noch beisammen und tauscht sich aus. Völlig unbemerkt ist die Zeit vergangen, ein gelungener Abend, der wieder Lust macht zu reisen, zu entdecken und die Welt zu erkunden.

– geschrieben von Katrin Schaar

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